Mein Schiff Hafen Trondheim

Kreuzfahrt-Absagen 2026: Weltreise-Abbruch, Orient-Chaos & strategische Umzüge

Ob Iran-Krieg, Propellerschaden oder strategische Flottenumzüge: 2026 werden Kreuzfahrer mit ungewöhnlich vielen Planänderungen konfrontiert. Welche Schiffe betroffen sind, was dahintersteckt – und was das für euch bedeutet, haben wir hier zusammengestellt.

Robert und Margit
Robert & Margit
Mein Schiff Hafen Trondheim

Warum so viele Absagen auf einmal?

Kreuzfahrt-Absagen sind nicht neu, aber 2026 häufen sich die Fälle in einem Ausmaß, das selbst erfahrene Vielfahrer überrascht. Der Iran-Krieg hat ab Frühjahr 2026 die Straße von Hormus zeitweise unpassierbar gemacht. Sechs Kreuzfahrtschiffe saßen wochenlang im Persischen Golf fest, ohne die Möglichkeit, in ihre Sommerfahrtgebiete zu gelangen. Die Folge: eine Kaskade von Absagen, die sich von Orient-Reisen über Mittelmeer-Abfahrten bis in die Wintersaison 2026/27 zieht. Dazu kommen ganz klassische Schifffahrtsprobleme: Ein gealterter Propeller zwingt eine Weltreise zum Abbruch. Und zwei internationale Reedereien verlegen ihre Schiffe auf neue Heimathäfen, was Buchende kurzerhand vor vollendete Tatsachen stellt.

Alle aktuellen Absagen im Überblick

(Stand: 27. April 2026)

Vasco da Gama – Weltreise-Abbruch in Lissabon

Das Ereignis der vergangenen Tage: Die Vasco da Gama von Nicko Cruises hat ihre 175-tägige Weltreise am 25. April in Lissabon vorzeitig beendet. Ursache ist eine Fehlfunktion am steuerbordseitigen Verstellpropeller, die erstmals auf der Fahrt zwischen Angola und den Kapverdischen Inseln auftrat und die Geschwindigkeit des Schiffs seitdem erheblich drosselt. Erschwerend kommt hinzu, dass das bereits 33 Jahre alte Schiff wegen der Sicherheitslage im Roten Meer um das Kap der Guten Hoffnung umgeleitet wurde – die zusätzlichen Seemeilen forderten der Antriebstechnik dauerhaft Höchstleistungen ab.

Alle Passagiere sind in Lissabon von Bord gegangen. Das Schiff wird jetzt zur Instandsetzung in die Werft nach Brest überführt. Abgesagt sind damit:

  • Die Weltreise-Schluss-Etappe nach Hamburg
  • Alle Abfahrten bis einschließlich 1. Mai 2026

Die nächste planmäßige Abfahrt ist für den 9. Mai ab Hamburg vorgesehen. Ob dieser Termin zu halten ist, hängt von den Werftkapazitäten ab. Für eingefleischte Nicko-Fans hat das Drama noch einen besonders bitteren Beigeschmack: Auch die danach geplante Reise „Skandinavien intensiv mit Starkoch Johann Lafer“ musste abgesagt werden.

TUI Cruises – Mein Schiff 4 & 5 sowie Flow

Mein Schiff 4 & 5 saßen wochenlang im Persischen Golf fest. Inzwischen konnten sie die Straße von Hormus passieren und sind auf dem Weg in ihre Sommerfahrtgebiete. Trotzdem fallen zahlreiche Reisen aus:

  • Mein Schiff 4: Abfahrten bis einschließlich 10. Mai 2026 gestrichen
  • Mein Schiff 5: Abfahrten bis einschließlich 8. Mai 2026 gestrichen

Die gute Nachricht: Die zunächst abgesagten Reisen der Mein Schiff 4 ab 17. Mai ab Triest sowie der Mein Schiff 5 ab 15. Mai ab Heraklion finden nun doch wie geplant statt.

Für die Wintersaison 2026/27 gilt: TUI Cruises sagte die Orient-Saison der Mein Schiff Flow Mitte April ab. Das neue Schiff fährt stattdessen winterliche Nordland-Routen ab Hamburg und Kiel.

MSC Cruises – Euribia und World Europe

Die MSC Euribia ist nach wochenlanger Verzögerung im Golf auf dem Weg nach Nordeuropa. Die Strecke führt nicht komplett um Afrika herum: Das Schiff hat nach der Straße von Hormus auch den Suezkanal passiert. Die Folge: Die Abfahrten ab Kiel am 16. Mai 2026 und ab Kopenhagen am 17. Mai 2026 sollen laut MSC wieder wie geplant stattfinden.

Für die Wintersaison 2026/27 hat MSC noch im März gehandelt: Die Orient-Saison der MSC World Europa wurde am 30. März 2026 abgesagt. Das Schiff fährt stattdessen in der Karibik – von Fort-de-France, Pointe-à-Pitre und Bridgetown aus.

AIDA & Costa – früh, klar, konsequent

AIDA Cruises und Costa haben die Orient-Saison 2026/27 bereits am 3. März 2026 abgesagt – als erste und damit kundenfreundlichste Entscheidung aller Reedereien. Wer bei AIDA gebucht hatte, wusste früh woran er ist.

Celestyal Cruises – Discovery & Journey

Beide Schiffe konnten den Persischen Golf verlassen und navigieren durch den Suezkanal zurück ins Mittelmeer. Alle aktuell buchbaren Reisen sollen stattfinden – ab 1. Mai (Celestyal Discovery) beziehungsweise 9. Mai (Celestyal Journey).

Explora Journeys & Aroya Cruises

Explora Journeys sagte die Orient-Saison 2026/27 am 25. März 2026 ab. Aroya Cruises hat alle Golf-Reisen der laufenden Saison gestrichen – plant aber ab 14. Mai wieder Abfahrten aus Jeddah.

Royal Caribbean – Freedom of the Seas (Sonderfall: kein Krisenhintergrund)

Hier geht es nicht um Geopolitik oder Technik: Rund 20 Reisen der Freedom of the Seas zwischen Mai und September 2027 wurden gestrichen, weil das Schiff nach Southampton verlegt wird. Royal Caribbean bestätigte, dass die UK & Irland-Märkte strategisch wichtige Wachstumsmärkte sind und die Freedom-Klasse dort besonders gut ankommt. Für Betroffene: Das Schiff kehrt danach zurück nach Miami und bietet Karibik-Routen an.

Carnival Firenze – ebenfalls Strategie, kein Krieg

Auch hier: planvolle Umpositionierung. 11 Kreuzfahrten zwischen dem 12. Oktober und 16. November 2026 ab Long Beach, Kalifornien, wurden abgesagt. Der Grund: Die Carnival Firenze wird von der Westküste zur Ostküste verlagert – ab Frühjahr 2027 startet sie von Miami und später von New York aus. Passagiere erhalten volle Erstattung oder können zu vergleichbaren Reisen umbuchen.

Was bedeutet das für euch als Kreuzfahrer?

Die aktuelle Absagen-Welle offenbart zweierlei – und beides ist wichtig für die eigene Reiseplanung:

  • Geopolitische Lagen treffen schnell und weitreichend. Wer Orient-Routen oder Persischen Golf gebucht hatte, erlebte hautnah, wie ein Konflikt in 2.000 Kilometern Entfernung den eigenen Urlaub kippen kann. Reiseversicherungen mit Stornoschutz und „höhere Gewalt“-Klauseln sind deshalb bei Fernreisen keine Luxus-, sondern Basisabsicherung.
  • Nicht jede Absage ist eine Katastrophe, manche ist sogar eine Chance. Royal Caribbean und Carnival streichen Reisen aus rein strategischen Gründen und bieten dabei faire Kompensation. Wer flexibel ist, findet in solchen Situationen oft ein vergleichbares Angebot zu guten Konditionen.
  • Früh kommunizierende Reedereien verdienen Vertrauen. AIDA sagte die Orient-Saison bereits Anfang März ab – MSC zögerte deutlich länger. Dieses Verhalten prägt das Vertrauen der Kunden langfristig.
  • Ältere Schiffe brauchen mehr Puffer. Die Vasco da Gama ist 33 Jahre alt und ihre Weltreise-Route wurde durch geopolitische Umstände noch einmal erheblich verlängert. Das Ergebnis kennt ihr. Wer auf älteren Schiffen bucht, sollte Alternativpläne nicht ausschließen.

Die Situation im Roten Meer und am Persischen Golf bleibt der bestimmende Faktor für die Kreuzfahrtbranche in 2026. Solange sich die Sicherheitslage nicht grundlegend ändert, werden weitere Routenanpassungen für den Winter 2026/27 folgen, besonders bei Reedereien, die traditionell starke Orient-Programme haben.

Quellen & Links

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Margit & Robert

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V.i.S.d.P. Robert Hartl · zuletzt aktualisiert 28.04.2026 · © alle Rechte vorbehalten.

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