Norwegian Cruise Line (NCL)

Liege mit Handtuch reserviert? Nicht mehr bei NCL!

Auf Kreuzfahrtschiffen sorgen reservierte Plätze und Sonnenliegen regelmäßig für Ärger. Norwegian Cruise Line (NCL) verbietet das Reservieren von Pool-, Deck- und Theaterplätzen nun offiziell. Aktuelle Berichte zeigen: Auf einzelnen NCL-Schiffen wird diese Regel offenbar konsequent kontrolliert.

Robert und Margit
Robert & Margit
Norwegian Cruise Line (NCL)

Das Dauerproblem knapper Liegen auf dem Pooldeck

Viele Kreuzfahrtgäste kennen die Situation: Auf dem Pooldeck liegen schon früh am Morgen Handtücher, Bücher oder Taschen auf den Sonnenliegen, aber die eigentlichen Nutzer sind nicht zu sehen. Wer später an den Pool kommt, findet oft keinen freien Platz, obwohl zahlreiche Liegen offensichtlich nicht genutzt werden.

Dieses Verhalten wird im englischsprachigen Kreuzfahrtbereich häufig als „Chair Hogging“ bezeichnet. Gemeint ist das Blockieren von Liegen durch persönliche Gegenstände, ohne dass die Liege tatsächlich genutzt wird.

Bei Norwegian Cruise Line, kurz NCL, ist das Reservieren solcher Plätze offiziell untersagt. In der Guest Conduct Policy der Reederei steht, dass Pool-, Deck- und Theaterstühle nicht reserviert werden dürfen. Auch bei anderen Reedereien gibt es offiziell Regeln dazu, die aber selten kontrolliert und noch seltener durchgesetzt werden.

Was aktuell über NCL berichtet wird

Mehrere Medien berichten derzeit, dass NCL auf einzelnen Schiffen konsequenter gegen blockierte Liegen vorgeht.

  1. Demnach markieren Crewmitglieder unbeaufsichtigte Poolliegen mit Aufklebern oder Zeitangaben.
  2. Bleibt die Liege weiter ungenutzt, werden Handtücher und persönliche Gegenstände entfernt, damit andere Gäste den Platz nutzen können.

Genannt werden in den Berichten unter anderem die Norwegian Escape und die Norwegian Viva. Auf der Norwegian Escape soll die Crew unbeaufsichtigte Liegen markiert und nach weiterer Nichtnutzung freigeräumt haben. Zur Norwegian Viva kursieren Berichte über Zeitstempel-Aufkleber, mit denen festgehalten wird, wie lange eine Liege bereits unbeaufsichtigt ist.
Eine offizielle NCL-Mitteilung zu einer neuen, flottenweiten Abräumregel mit einheitlicher Minutenfrist ist öffentlich nicht ersichtlich. Belegt ist die bestehende NCL-Regel gegen Reservierungen. Die konkrete Durchsetzung auf einzelnen Schiffen ist bislang vor allem über Passagierberichte, Social-Media-Beiträge und darauf aufbauende Medienberichte bekannt.

    Was andere Reedereien gegen reservierte Liegen unternehmen

    NCL ist mit dem Problem nicht allein. Auch andere Kreuzfahrtanbieter haben Regeln gegen blockierte Poolliegen.

    • Carnival Cruise Line beschreibt offiziell ein sogenanntes „ChairShare Team“. Dieses Team beobachtet Sonnenliegen und markiert Plätze, die mit Handtüchern oder persönlichen Gegenständen belegt sind, aber nicht genutzt werden. Bleibt eine Liege 40 Minuten unbeaufsichtigt, werden die Gegenstände entfernt und sicher verwahrt.
    • Royal Caribbean formuliert ebenfalls eine klare Regel: Poolliegen können nicht reserviert werden. Bleibt eine Liege länger als 30 Minuten unbeaufsichtigt und gibt es keine Anzeichen, dass der Gast zurückkehrt, kann die Crew Gegenstände entfernen und ins Fundbüro bringen.
    • Virgin Voyages nennt ebenfalls eine feste Frist. Gegenstände, die länger als 40 Minuten unbeaufsichtigt auf Sonnenstühlen oder Liegen liegen, werden entfernt und bei Sailor Services aufbewahrt.
    • Auch AIDA Cruises fordert Gäste offiziell auf, auf den Pooldecks keine Sonnenliegen zu reservieren. Die Reederei behält sich vor, reservierte, aber nicht benutzte Liegen freizugeben. Eine feste Minutenfrist nennt AIDA in der öffentlich zugänglichen Bordordnung nicht.

    Für Kreuzfahrer ist die Regel im Alltag einfach: Eine Liege sollte nur dann belegt werden, wenn sie auch wirklich genutzt wird. Wer kurz schwimmen geht, ein Getränk holt oder zur Toilette muss, blockiert damit noch keine Liege. Wer aber längere Zeit zum Frühstück, Mittagessen, zur Kabine oder zu einer Veranstaltung verschwindet, sollte seine Sachen mitnehmen. Wertsachen gehören ohnehin nicht unbeaufsichtigt aufs Pooldeck. Auch wenn Gegenstände von der Crew eingesammelt und verwahrt werden können, sind Handy, Geldbörse, Schmuck oder wichtige Dokumente auf einer verlassenen Liege schlecht aufgehoben. Gäste sollten fremde Gegenstände nicht selbst entfernen. Wer eine offensichtlich lange blockierte Liege sieht, sollte das Deckpersonal ansprechen. Das vermeidet Streit und sorgt dafür, dass die Reederei ihre eigenen Regeln durchsetzt.

    Warum blockierte Liegen mehr sind als eine Stilfrage

    Blockierte Liegen sind kein neues Problem. Sie sorgen an Bord regelmäßig für Ärger, weil der Platz auf Pooldecks begrenzt ist und gerade an Seetagen viele Gäste gleichzeitig Sonne, Pool und freie Liegen nutzen möchten. Dass Reedereien Regeln gegen Liegenreservierungen aufstellen, ist deshalb nachvollziehbar.
    Entscheidend ist jedoch die praktische Umsetzung. Eine Regel, die nur in der Bordordnung steht, aber an Deck nicht kontrolliert wird, löst das Problem kaum. Die aktuelle Berichtslage rund um NCL zeigt daher vor allem eines: Der Druck auf Reedereien wächst, bestehende Regeln sichtbarer durchzusetzen. Für Gäste, die Liegen fair nutzen, ist das eine gute Nachricht. Für dauerhafte Handtuch-Reservierer wird es dagegen unbequemer.

    Norwegian Cruise Line hat keine neue Grundregel erfunden. Das Reservieren von Pool-, Deck- und Theaterplätzen ist bei NCL offiziell verboten. Neu ist, dass auf einzelnen Schiffen laut Berichten konsequenter kontrolliert und geräumt wird. Eine offiziell belegte, einheitliche NCL-Frist von 30, 40 oder 60 Minuten gibt es nach öffentlich zugänglicher Quellenlage nicht. Genau deshalb sollte man sauber unterscheiden: Das Reservierungsverbot ist offiziell belegt. Die konkrete Abräumpraxis auf einzelnen Schiffen ist gut berichtet, aber vor allem passagier- und medienbasiert. Für die nächste Kreuzfahrt gilt: Liege nutzen oder freigeben. Wer nur sein Handtuch in die Sonne legt und selbst stundenlang verschwindet, muss zunehmend damit rechnen, dass der Platz wieder für andere Gäste freigemacht wird.

    Unsere Meinung zum Liegen-Irrsinn

    Diesen Schritt von NCL begrüßen wir absolut. Denn mal ehrlich: Der Platz auf den Außendecks moderner Megaliner ist knapp und kostbar. Dass Reedereien das Problem nicht länger totschweigen oder einfach auf die Höflichkeit der Gäste hoffen, ist genau der richtige Weg zu einem entspannteren Miteinander an Bord.

    Man sollte sogar noch viel konsequenter durchgreifen. Im Grunde sollte jede Reederei dieses Konzept verfolgen. Wir waren bisher auf keiner einzigen Kreuzfahrt, auf der nicht ständig zig Liegen belegt waren – stundenlang, ohne dass auch nur eine Menschenseele zu sehen war. Kommt man später zurück: noch immer verwaist. Noch dreister sind die Doppel-Sicherer: eine Liege im Schatten, eine in der Sonne, beide gleichzeitig reserviert. Wozu das Ganze? Jeder Gast an Bord hat dasselbe Recht auf ein Plätzchen an der Sonne. Deshalb sind wir ganz klar dafür, dass Reedereien festes Personal einsetzen, das die Decks alle 30 Minuten kontrolliert und blockierte Liegen kompromisslos freiräumt. Traurig, aber wahr: Manche Gäste lernen offenbar nur so.

    Quellen

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    Margit & Robert

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    V.i.S.d.P. Robert Hartl · zuletzt aktualisiert 09.06.2026 · © alle Rechte vorbehalten.

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