Mein Schiff 4

TUI Cruises „Mein Schiff“ 4 & 5: weitere Reiseabsagen bis Mai 2026

Stand: 14. April 2026

Die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr der beiden TUI-Schiffe ins Mittelmeer bleibt vorerst unerfüllt. Trotz einer vereinbarten Waffenruhe zwischen USA und Iran hat TUI Cruises weitere Kreuzfahrten gestrichen. Wir fassen den offiziellen Stand zusammen und erklären, was das für euch als Kreuzfahrer bedeutet.

Robert und Margit
Robert & Margit
Mein Schiff 4

Der aktuelle Stand laut TUI Cruises

Laut der offiziellen Mitteilung auf meinschiff.com/de/aktuelle-informationen liegen beide Schiffe weiterhin in den Häfen der Golfregion:

  • „Mein Schiff 4″: Port Zayed, Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate)
  • „Mein Schiff 5″: Hafen Doha (Katar)

Die Reederei selbst bezeichnet die Lage rund um die Öffnung der Straße von Hormus als dynamisch und ungewiss. An Bord beider Schiffe befindet sich nur noch eine reduzierte Crew – die Passagiere wurden bereits im März nach Deutschland zurückgebracht.

Welche Reisen sind abgesagt?

Mein Schiff 4 (Abu Dhabi):

  • Alle Abfahrten bis einschließlich Reisebeginn 6. Mai 2026 gestrichen
  • Betroffen unter anderem: „Wildcat Tattoo Cruise“ (1. Mai ab Palma) und „Millennium Cruise“ (6. Mai ab Palma)
  • Nächste planmäßige Abfahrt: 10. Mai 2026 ab Palma („Mittelmeerinseln und Perle der Adria“)

Mein Schiff 5 (Doha):

  • Alle Abfahrten bis einschließlich Reisebeginn 1. Mai 2026 gestrichen
  • Saisonstart im östlichen Mittelmeer verschiebt sich frühestens auf 1. Mai 2026

Andere Reedereien in ähnlicher Lage

  • MSC Euribia (Abu Dhabi)
  • Celestyal Discovery (Dubai) und Celestyal Journey (Doha)
  • Aroya Manara (Golfregion)

Insgesamt befinden sich sechs Kreuzfahrtschiffe verschiedener Reedereien in der Region – alle mit demselben Problem: Ohne sichere Passage durch die Straße von Hormus gibt es kein Entkommen.

Warum die Schiffe nicht einfach ablegen

Die geografische Lage ist erbarmungslos: Die Straße von Hormus ist die einzige direkte Seeverbindung aus dem Persischen Golf ins offene Meer. Seit Ende Februar 2026 gilt sie für die zivile Schifffahrt als nicht sicher passierbar.

Die theoretische Alternative – der Weg rund um Afrika – scheidet praktisch aus. Eine solche Überführung würde mehrere Wochen dauern. Währenddessen fehlen die Schiffe im regulären Fahrplan. Außerdem müssten Crewverträge neu verhandelt, Logistik und Proviantierung komplett umgeplant werden. Für eine eng getaktete Saisonplanung ist das kaum zu stemmen.

Hoffnung Waffenruhe und erste freie Passagen

Seit dem 8. April 2026 gilt eine zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran, vermittelt durch Pakistan. Laut dem Verband Deutscher Reeder (VDR) sitzen seit Ausbruch des Konflikts mehr als 2.000 Handelsschiffe mit rund 20.000 Seeleuten in der Region fest – darunter mindestens 50 deutsche Schiffe.

Erste Bewegung gibt es bereits: Laut dem Tracking-Dienst MarineTraffic haben am 8. April zwei Frachtschiffe (die griechische NJ Earth und die liberianische Daytona Beach) die Straße von Hormus passiert – in enger Abstimmung mit den iranischen Streitkräften. Über 400 Tanker warten allerdings weiterhin auf Freigabe. Die internationale Reederei-Vereinigung Bimco rät aktuell davon ab, die Meerenge ohne vorherige Abstimmung zu passieren.

Für Kreuzfahrtschiffe kommt erschwerend hinzu: Sicherheit hat hier noch höheren Stellenwert als bei Frachtern. Eine Passage mit Passagieren würde nur bei dauerhaft stabiler Lage in Frage kommen.

Maut: Kommt eine Durchfahrtsgebühr?

In verschiedenen Branchenberichten wird eine mögliche Gebühr von rund 2 Millionen US-Dollar (etwa 1,7 Millionen Euro) pro Schiff für die Hormus-Durchfahrt diskutiert. TUI Cruises hat sich zu dieser Frage bislang nicht offiziell positioniert.

Für Urlauber ändert das kurzfristig nichts – doch für die Branche stellt sich eine Grundsatzfrage: Sollen solche Gebühren gezahlt werden? Und welche Signalwirkung hätte das für künftige Krisen?

Was bedeutet das für uns als Kreuzfahrer?

Aus der offiziellen Kommunikation von TUI Cruises und unserer Einordnung der Lage ergeben sich folgende Punkte:

  • Reisepreis auf Kundenkonto: Betroffene Gäste werden direkt informiert. Der Reisepreis wird als Guthaben auf dem Kundenkonto gutgeschrieben.
  • 10 % Rabatt bei Neubuchung: Wer eine neue Kreuzfahrt bucht, erhält einen Rabatt. Eine Auszahlung ist möglich, wenn keine neue Reise gebucht wird.
  • Nebenkosten prüfen: Flüge, Hotelübernachtungen, Parkplatzbuchungen, Vorprogramme – all das ist nicht automatisch über TUI Cruises abgedeckt. Checkt eure Reiserücktrittsversicherung und sammelt alle Belege.
  • Aktiv beim Kundenservice nachfragen: Besonders wenn ihr über ein Reisebüro gebucht habt, solltet ihr nicht auf automatische Prozesse vertrauen. Nachhaken lohnt sich.
  • Flexibel planen: Auch wer erst im Mai oder Juni aufbrechen wollte, sollte die Entwicklung aufmerksam verfolgen. Solange die Straße von Hormus nicht gesichert offen ist, sind weitere Absagen nicht ausgeschlossen.
  • Orient-Saison 2026/2027: TUI Cruises hält an der geplanten Orient-Saison fest. Die neue „Mein Schiff Flow“ soll am 14. Juni 2026 ab Triest ihre Jungfernfahrt antreten und ist nach aktuellem Stand weiterhin buchbar.

Unser Fazit & Ausblick

Die Lage bleibt für alle Beteiligten unbefriedigend. Während die Waffenruhe ein wichtiges Signal ist, reicht sie allein nicht aus, um Kreuzfahrtschiffe mit Passagieren sicher aus dem Persischen Golf herauszubringen. Die nächsten zwei Wochen werden entscheidend: Hält der Waffenstillstand? Wird die Straße von Hormus dauerhaft geöffnet? Und werden Reedereien bereit sein, mögliche Gebühren zu zahlen?

Aus Kreuzfahrer-Sicht gilt: Wer betroffen ist, sollte die direkte Kommunikation mit TUI Cruises suchen und Alternativen offen prüfen. Wer für den Sommer 2026 gebucht hat, sollte zumindest mental auf Flexibilität einstellen. Und wer aktuell neu bucht, findet im westlichen Mittelmeer, in der Adria, auf nordischen Routen oder in der Karibik gute Alternativen zum Orient.

Die Kreuzfahrtbranche hat in den vergangenen Jahren mehrfach bewiesen, dass sie auch schwere Krisen bewältigen kann. Wie schnell sich „Mein Schiff 4″ und „Mein Schiff 5″ davon erholen, hängt jetzt vor allem von der politischen Großwetterlage ab.

Quellen & Links

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Margit & Robert

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V.i.S.d.P. Robert Hartl · zuletzt aktualisiert 17.04.2026 · © alle Rechte vorbehalten.

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