Klar, du solltest die App deiner Reederei einsetzen. Aber sonst? Mit den richtigen Apps machst du mehr aus deiner Kreuzfahrt, kannst andere Schiffe identifizieren oder Landgänge einfacher vorbereiten. Du kannst dich orientieren, fremde Sprachen übersetzen, Preise umrechnen und kurzfristige Änderungen im Blick behalten. Entscheidend ist, dass du die wichtigsten Inhalte bereits vor der Kreuzfahrt herunterlädst. Denn nicht in jedem Hafen funktioniert das Mobilfunknetz zuverlässig – und auf See kann eine Verbindung mit dem Mobilfunknetz des Schiffs schnell teuer werden.



1. Maps: Karte und wichtige Orte vorbereiten
Google Maps gehört zu den praktischsten Werkzeugen für einen Landgang. Du kannst Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Haltestellen und andere Ziele bereits vor der Reise speichern. Außerdem lassen sich ausgewählte Kartenausschnitte auf das Smartphone herunterladen.
Das funktioniert auch mit Apple Karten/ Maps, wer das bevorzugt.
Teilweise sind auch Fährenwege und Schiffsrouten zu sehen. Wer hier mehr wissen will, muss eine Seekarte wie OpenSeaMap nutzen, die aber ansonsten nicht besonders schön oder hilfreich ist.
2. Translate: Speisekarten und Schilder übersetzen
Google Translate kann Texte, Sprache, Fotos und Kamerabilder übersetzen. Für zahlreiche Sprachen lassen sich Sprachpakete vorab herunterladen. Damit funktionieren Textübersetzungen und bei unterstützten Sprachen auch Kameraübersetzungen ohne aktive Internetverbindung.
Das ist besonders praktisch für Speisekarten, Fahrkartenautomaten oder Hinweisschilder. Bei komplizierten Fragen, medizinischen Angaben oder sicherheitsrelevanten Informationen solltest du Übersetzungen allerdings nicht ungeprüft übernehmen. Automatische Übersetzungen können ungenau oder missverständlich sein.
Lade immer beide benötigten Sprachen herunter – beispielsweise Deutsch und Italienisch – und teste die Offline-Funktion vor der Reise.

3. Die App der Reederei: Reiseinformationen und Buchungen verwalten
Die Reederei-App solltest du möglichst schon vor der Reise installieren und einrichten. Bei AIDA, Mein Schiff, Costa, Royal Caribbean lassen sich je nach Reise unter anderem Landausflüge, Restaurantbesuche, Wellnessanwendungen und weitere Leistungen reservieren oder verwalten.
Die neue AIDA-App bündelt Reiseinformationen, Reservierungen und Funktionen des Bordportals. Die Mein Schiff-App bietet ebenfalls Reiseplanung, Reservierungen und die Buchung von Landausflügen. Welche Funktionen konkret verfügbar sind, kann sich je nach Schiff, Reise und App-Version unterscheiden.
Die Reedereien holen hier stark auf und entwickeln zunehmend mehr Funktionen in die Apps.
Tipp: Klar geht es auch ohne App in den meisten Fällen. Aber über die App kannst du beispielsweise Ausflüge auf deiner Kreuzfahrt buchen oder stornieren, wenn der Schalter geschlossen ist. Viele Schiffe haben auch Selbstbedienterminals, die das vor Ort erleichtern. Für Reservierungen musst du nicht zum Restaurant oder an die Rezeption usw. Daher lohnt es sich auf jeden Fall, die Reederei-App zu nutzen.
4. MarineTraffic oder VesselFinder: Schiffsposition beobachten
MarineTraffic und VesselFinder stellen Schiffspositionen auf Basis des Automatic Identification System, kurz AIS, dar. Damit kannst du beispielsweise sehen, ob ein Schiff bereits im Hafen liegt oder welche Route es zuletzt gefahren ist. Die Bezeichnung „Live-Schiffsradar“ ist allerdings irreführend. Die angezeigte Position kann abhängig von Küstenempfängern, Satellitenabdeckung und Datenübertragung deutlich verzögert sein. Bei Schiffen auf offener See können zwischen zwei Aktualisierungen längere Zeiträume liegen.
Eine solche App eignet sich daher vor allem für Neugierige und für Angehörige zu Hause. Für die Rückkehrplanung bei einem Landgang ist sie ungeeignet. Wenn das Schiff in der App noch am Kai erscheint, kann die angezeigte Position bereits veraltet sein.
5. Währungsrechner: Preise besser einschätzen
Außerhalb der Eurozone hilft ein Währungsrechner dabei, Preise schnell einzuordnen. Gerade im Urlaub spekulieren Händler oder Taxifahrer darauf, dass du dich schwer tust mit der Umrechnung. Apps wie XE Currency können zuletzt geladene Wechselkurse speichern und anschließend auch ohne laufende Internetverbindung rechnen. Die angezeigten Kurse sind jedoch meist Referenz- oder Marktwerte. Der tatsächlich berechnete Betrag kann durch den Wechselkurs der Bank, Fremdwährungsentgelte oder Gebühren des Kartenanbieters leicht abweichen.
Wenn ein Geldautomat oder Kartenterminal anbietet, den Betrag direkt in Euro umzurechnen, solltest du genau hinsehen. Diese sogenannte dynamische Währungsumrechnung ist häufig ungünstiger als eine Abrechnung in der jeweiligen Landeswährung.
6. Wetter-App: Stundenprognose und Warnungen prüfen
Für einen Landgang ist die stündliche Vorhersage meist hilfreicher als ein allgemeines Tagessymbol. So kannst du erkennen, ob Regen, Hitze, Wind oder Gewitter zu einer bestimmten Uhrzeit wahrscheinlicher werden.
Die typischen Wetter-Apps helfen nur bedingt. Deren Regenwahrscheinlichkeit ist kaum brauchbar. Allenfalls Temperatur, Wind und Luftqualität für den heutigen und nächsten Tag kann man anschauen. Besser sind Regenradar- oder Satellitenbilderanimationen mit Vorhersagen oder lokale Wetter-Webseiten mit Apps.
Eine Prognose ist trotzdem keine Garantie. Besonders Gewitter, Starkregen und Wind können sich je nach Region kurzfristig anders entwickeln. Bei Bootsausflügen, Wanderungen oder längeren Fahrten solltest du deshalb zusätzlich die Hinweise des Veranstalters und der örtlichen Behörden beachten.

7. Taxi- und Fahrdienst-Apps: Verfügbarkeit vorher prüfen
Uber, Bolt, Free Now und örtliche Taxi-Apps können in manchen Kreuzfahrthäfen hilfreich sein. Sie zeigen häufig den ungefähren Fahrpreis, den Abholort und das Kennzeichen des Fahrzeugs an. In anderen Häfen sind diese Dienste gar nicht verfügbar oder dürfen nicht direkt am Terminal halten. Informiere dich deshalb vor der Reise, welche Anbieter am jeweiligen Ziel zugelassen und verbreitet sind. Richte das Konto vorher ein und hinterlege eine funktionierende Zahlungsmethode. Das spart vor Ort viel unnötige Zeit und Stress.
Plane die Rückfahrt mit großzügigem Zeitpuffer. Eine App kann keine rechtzeitige Abholung garantieren oder den Berufsverkehr vorhersagen. Verkehr, Straßensperrungen, Demonstrationen, schlechtes Wetter oder falsch gesetzte Abholpunkte können die Fahrt erheblich verzögern. Wir haben schon Marathons, Triathlons, Unfallsperrungen oder Überschwemmungen erlebt – es kommt vor.
8. WhatsApp oder ein anderer Messenger: In der Gruppe erreichbar bleiben
Ein Messenger ist praktisch, wenn sich Mitreisende während des Landgangs kurzfristig trennen oder verabreden möchten. Lege am besten vor dem Urlaub eine gemeinsame Gruppe an und teile dort den Treffpunkt, die geplante Route und die späteste interne Rückkehrzeit. Der Messenger funktioniert nur mit einer Datenverbindung oder einem WiFi/ WLAN. Darauf solltest du dich bei einer Trennung nicht vollständig verlassen. Vereinbart zusätzlich einen festen Treffpunkt und eine konkrete Uhrzeit, falls Nachrichten nicht zugestellt werden.
Öffentliche WiFi-/WLAN-Netze in Häfen, Cafés und Einkaufszentren sind zwar sehr bliebt, können manipuliert oder schlecht abgesichert sein. Nutze sie nicht für Onlinebanking oder andere besonders sensible Vorgänge. Deaktiviere außerdem die automatische WLAN-Verbindung, damit sich dein Smartphone nicht unbemerkt mit einem ähnlich benannten Netzwerk verbindet.
Bonus: Diese Informationen solltest du zusätzlich offline speichern
Apps allein reichen nicht aus. Speichere vor jedem Landgang folgende Informationen direkt auf dem Smartphone:
- Name des Schiffes
- Hafen und konkretes Terminal
- verbindliche Rückkehrzeit in Bordzeit
- Telefonnummer des Schiffsagenten oder Hafenagenten
- Notfallnummer der Reederei
- Reisepass- oder Ausweiskopie (teilweise geschwärzt/ überdeckt)
- Tickets und Buchungsbestätigungen
- Versicherungsdaten
- Adresse und Telefonnummer des Ausflugsanbieters
- Screenshot der geplanten Route
- Notrufnummer des Reiselandes
Die Kontaktdaten des Hafenagenten findest du je nach Reederei beispielsweise im Tagesprogramm, in den Hafeninformationen oder an der Gangway. Diese Nummer ist wichtig, falls du während des Landgangs einen Unfall hast oder eine pünktliche Rückkehr gefährdet ist.

Tipp: So vermeidest du hohe Mobilfunkkosten
Auf See und im Nicht-EU-Ausland ist besondere Vorsicht notwendig. Mobiltelefone verbinden sich je nach Einstellungen mit fremden Netzen. Allein diese Verbindungen fallen nicht unter die EU-Roamingregeln und können sehr teuer sein. Gerade günstige Mobilfunkanbieter berechnen rein für eine kurze Verbindung 50 Euro und mehr. Nur auf See oder an Land kurz Handy einschalten reicht. Schaue dir daher die Einstellungen dazu im Vorfeld genau an.
Unsere Empfehlung:
- Aktiviere auf See den Flugmodus.
- Schalte anschließend nur WiFi/WLAN wieder ein, wenn du das gebuchte Bord-WiFi/WLAN nutzen möchtest.
- Prüfe, ob WLAN-Unterstützung oder ein automatischer Wechsel zu mobilen Daten deaktiviert ist.
- Deaktiviere automatische App-Updates, Foto-Uploads und Cloud-Backups.
- Nutze mobile Daten an Land nur, wenn du weißt, was du tust. Spezielle Reise-SIM-Karten (rein virtuelle, digitale) können hier helfen. Dazu demnächst mehr.
- Prüfe bei Reisen außerhalb der EU beziehungsweise des EWR vorab die Konditionen deines Mobilfunkanbieters.
Innerhalb der EU und des EWR kannst du deinen deutschen Mobilfunktarif grundsätzlich zu den heimischen Konditionen nutzen. Es können allerdings Fair-Use-Grenzen gelten. Länder wie die Schweiz, die Türkei, Albanien, Montenegro oder die meisten karibischen Staaten gehören nicht zum regulierten EU-Roaminggebiet. Ob sie in deinem Tarif enthalten sind, hängt vom Anbieter ab.

9. Booking.com oder Airbnb, wenn du noch Übernachtungen buchen möchtest
Booking.com und Airbnb brauchst du während eines normalen Landgangs meist nicht. Sie sind aber hilfreich, wenn du vor der Einschiffung oder nach der Ausschiffung noch ein oder zwei Tage in der Abfahrtsstadt verbringst. Das machen wir selbst häufig, weil die Anreise dadurch entspannter wird und noch Zeit bleibt, den Abfahrtshafen zu erkunden.
Meistens bucht man die Unterkünfte vorher. Dennoch schaffen diese Apps eine gewisse Sicherheit und Flexibilität, wenn etwas vor Ort nicht wie geplant läuft.
Über Booking.com findest du neben Hotels auch Apartments, Pensionen und andere Unterkünfte. Airbnb konzentriert sich stärker auf Wohnungen, private Zimmer und andere von Gastgebern angebotene Unterkünfte. Bei beiden Apps kannst du über die Kartenansicht prüfen, wie weit eine Unterkunft vom Kreuzfahrtterminal, Bahnhof oder Flughafen entfernt liegt.

10. GetYourGuide für Buchungen von Ausflügen
GetYourGuide ist für den Landgang interessant. Über die international weit verbreitete App kannst du auch kurzfristig vor Ort Stadtführungen, Eintrittskarten, Transfers, Bootstouren und andere Aktivitäten suchen und buchen. Das kann praktisch sein, wenn du erst spontan entscheiden möchtest, welchen Ausflug du unternimmst, oder wenn ein ursprünglich geplanter Ausflug ausfällt. So musst du nicht lange suchen oder fällst auf Abzocker rein.
Bei einer kurzfristigen Buchung solltest du genau prüfen:
- Startzeit und Gesamtdauer
- Treffpunkt und Entfernung vom Schiff
- benötigte Transferzeit
- Sprache der Führung
- enthaltene Leistungen
- späteste mögliche Buchungszeit
- Stornierungsbedingungen des konkreten Angebots
- Rückkehrzeit und ausreichenden Sicherheitspuffer
Wichtig: Ein über GetYourGuide gebuchter Ausflug ist in der Regel ein unabhängig gebuchter Landgang. Du darfst deshalb nicht davon ausgehen, dass das Schiff bei einer Verspätung auf dich wartet. Wähle nur Aktivitäten, deren Ende deutlich vor der verbindlichen Rückkehrzeit liegt. Die auf der Plattform angebotenen Stornierungsbedingungen unterscheiden sich je nach Aktivität und müssen vor jeder Buchung einzeln geprüft werden.
Unser Tipp: Speichere Buchungsbestätigung, Treffpunkt, Kontaktdaten des Veranstalters und Ticket vor dem Verlassen des Schiffs offline auf dem Smartphone. Ein Link in einer E-Mail hilft dir nicht, wenn am Treffpunkt keine Datenverbindung verfügbar ist.
Häufige Fragen zu Kreuzfahrt-Apps
Eine Karten-App ist meist der wichtigste Helfer. Lade den benötigten Kartenausschnitt vorher herunter und speichere Hafen, Terminal, Sehenswürdigkeiten und Treffpunkte. Beachte, dass Google Maps offline keine vollständige Fußgängernavigation bietet.
Heruntergeladene Karten und die Standortbestimmung über GPS können grundsätzlich ohne mobile Daten funktionieren. Bestimmte Funktionen wie Fußgängerrouten, ÖPNV-Verbindungen, Verkehrslage und aktuelle Geschäftsinformationen benötigen jedoch eine Internetverbindung.
Maßgeblich sind die offiziellen Informationen der Reederei an Bord, im Tagesprogramm, an der Gangway oder in den Hafenunterlagen. Unterscheide zwischen der Abfahrtszeit des Schiffs und der früheren Rückkehrzeit für Passagiere. Orientiere dich außerdem immer an der Bordzeit, da diese von der lokalen Zeit abweichen kann.
Bei individuell unternommenen Landgängen besteht grundsätzlich keine Wartegarantie. Bei einem über die Reederei gebuchten Ausflug gelten deren Bedingungen; üblicherweise organisiert die Reederei bei einer Verspätung die weitere Vorgehensweise. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass ein Schiff unbegrenzt im Hafen warten kann.
Nicht unbedingt. AIS-Daten können verzögert sein. Kontrolliere immer den Zeitpunkt der letzten empfangenen Position. Die App darf niemals als Beleg dafür dienen, dass das Schiff noch am Liegeplatz wartet.
Nein. An Land hängt das von deinem Mobilfunktarif und dem Reiseland ab. Auf See ist der Flugmodus dagegen die sicherste Methode, um eine unbeabsichtigte Verbindung mit einem teuren Schiffsnetz zu verhindern.
Für zahlreiche Sprachen können Offline-Pakete heruntergeladen werden. Welche Übersetzungsarten offline verfügbar sind, hängt von Sprache, Gerät und Betriebssystem ab. Lade die Pakete vorher herunter und teste sie ohne Internetverbindung.
Öffentliche WLAN-Netze sollten grundsätzlich als nicht vertrauenswürdig behandelt werden. Für normale Nachrichten kannst du sie mit entsprechender Vorsicht nutzen. Onlinebanking, vertrauliche Dokumente und andere sensible Vorgänge solltest du vermeiden oder über eine vertrauenswürdige VPN-Verbindung absichern.
Lade offline-fähige Apps und Karten schon zu Hause im WLAN herunter, aktiviere den Flugmodus im Ausland und nutze kostenloses Hafen- oder Café-WLAN für alles, was online sein muss.
Ja, das lohnt sich. Über die App von AIDA oder Mein Schiff kannst du bereits vor der Abreise Landausflüge und Restaurants buchen und hast unterwegs euer Bordkonto sowie die Rückkehrzeiten zum Schiff im Blick.
Fazit zu den besten Apps für deine Kreuzfahrt
Für einen gut vorbereiteten Landgang brauchst du keine große Sammlung von Reise-Apps. Eine Karten-App, ein Übersetzer, die Reederei-App und einige offline gespeicherte Unterlagen decken die wichtigsten Aufgaben ab. Wetter-, Währungs-, Taxi- und Schiffspositions-Apps können je nach Reiseziel sinnvoll ergänzen.
Entscheidend bleibt der richtige Umgang damit: Keine App ersetzt die verbindlichen Informationen der Reederei, einen ausreichenden Zeitpuffer und einen festen Rückkehrplan. Wer Karten, Dokumente und Kontaktdaten bereits zu Hause speichert, ist auch bei schlechtem Empfang handlungsfähig.
Weiterlesen auf Kreuzfahrt Kompass
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Quellen und weiterführende Links
- Google; Offlinekarten herunterladen und verwenden
- Google; Sprachen herunterladen und offline übersetzen
- AIDA Cruises; Die neue AIDA App
- TUI Cruises; FAQ zur Mein Schiff App
- MarineTraffic; Wie häufig werden Schiffspositionen aktualisiert?
- Europäische Kommission; Roaming in der Europäischen Union
- Europäische Union; Mobilfunknutzung auf Schiffen und in Flugzeugen
- Verbraucherzentrale; Internationales Roaming: Kostenfallen vermeiden
- Verbraucherzentrale; Öffentliche WLAN-Netze sicher nutzen


