Die erste Kreuzfahrt ist gebucht oder zumindest fest geplant – und plötzlich tauchen immer mehr Fragen auf: Passen Reederei, Schiff, Route? Kabine? Was ist im Reisepreis enthalten? Wie funktioniert der Check-in? Und was passiert, wenn mir auf See schlecht wird? Muss ich Ausflüge vorher buchen?
Eine Kreuzfahrt ist nicht kompliziert. Damit dein Kreuzfahrt-Erlebnis optimal wird, sind aber Vorwissen und Vorbereitung essentiell. Auch unterscheiden sich Reedereien, Schiffe und Tarife deutlich. Was bei einer Reederei inklusive ist, kann bei einer anderen zusätzlich kosten. Auch beim Bordkonto, bei Getränken, beim Trinkgeld und bei der Einschiffung gibt es keine einheitlichen Regeln. Dieser Guide für deine erste Kreuzfahrt führt dich Schritt für Schritt durch die Vorbereitung und den ersten Tag an Bord. Ohne unnötige Fachbegriffe und ohne Versprechen, die sich nicht halten lassen.

Ist eine Kreuzfahrt die richtige Reiseform für dich?
Eine Kreuzfahrt verbindet Unterkunft, Verpflegung und Transport zwischen mehreren Reisezielen. Du packst nur einmal aus und erreichst trotzdem in kurzer Zeit verschiedene Städte, Inseln oder Landschaften. Das ist besonders praktisch, wenn du mehrere Orte sehen möchtest. Gleichzeitig musst du akzeptieren, dass du dich an feste Liegezeiten hältst und ein großer Teil der Reise nach einem vorgegebenen Fahrplan abläuft.
Eine Kreuzfahrt passt wahrscheinlich zu dir, wenn du:
- mehrere Reiseziele miteinander verbinden möchtest,
- keine Lust auf häufige Hotelwechsel hast,
- Unterhaltung, Restaurants und Freizeitangebote direkt in der Unterkunft schätzt,
- mit festen Ankunfts- und Abfahrtszeiten gut umgehen kannst,
- sowohl Tage an Land als auch Zeit auf dem Schiff genießen möchtest.
Weniger geeignet ist diese Reiseform, wenn du an jedem Ort mehrere Tage bleiben, deine Route spontan verändern oder möglichst allein und abgeschieden reisen möchtest. Zwar gibt es kleinere Schiffe und ruhigere Bereiche an Bord, ein Kreuzfahrtschiff bleibt aber eine gemeinschaftlich genutzte Umgebung. Bei großen Schiffen sind mehrere tausend Gäste an Bord. Das verläuft sich, aber es ist nahezu immer was los.
Weiterlesen: 5 Gründe für eine Kreuzfahrt
Wie lange sollte die erste Kreuzfahrt dauern?
Für den Einstieg empfehlen wir eine Reise mit etwa vier bis sieben Nächten. Sie ist lang genug, um das Bordleben, einen Seetag und mehrere Häfen kennenzulernen. Gleichzeitig legst du dich nicht sofort für zwei Wochen oder länger fest. Eine sehr kurze Kreuzfahrt mit zwei oder drei Nächten kann ebenfalls funktionieren. Sie vermittelt aber häufig nur einen eingeschränkten Eindruck, weil Anreise, Einschiffung und Abreise einen vergleichsweise großen Teil der Reise ausmachen.
Achte stärker auf den tatsächlichen Reiseverlauf als auf die reine Zahl der Nächte:
- Wie viele Seetage gibt es?
- Folgen mehr als zwei Hafentage direkt aufeinander?
- Gibt es lange Fahrtabschnitte über offenes Meer?
- Wie früh legt das Schiff morgens an?
- Wie lange liegt es tatsächlich im Hafen?
- Wird getendert oder liegt das Schiff direkt an einer Pier?
Eine Route mit täglichen Hafenstopps kann anstrengender sein als eine längere Reise mit ein oder zwei Seetagen.


Welche Reederei passt zu dir?
Die pauschal beste Reederei gibt es nicht. Entscheidend ist, welche Art von Kreuzfahrt-Urlaub du erwartest.
Für deutschsprachige Einsteiger sind AIDA und Mein Schiff naheliegende Optionen.
- Bei AIDA ist die Bordsprache Deutsch und das Trinkgeld bereits im Reisepreis enthalten. In den Buffetrestaurants sind während der Öffnungszeiten unter anderem Wasser, Softgetränke, Bier, Wein, Kaffee und Tee inklusive. Andere Getränke und gastronomische Angebote können abhängig vom Tarif zusätzlich kosten. Dafür ist es eher laut, viele Kleinkinder an Bord, Gäste eher bequem gekleidet, viel Show, viele Attraktionen sind geboten. Die Schiffe sind farbenfroh, jeder Abschnitt abwechslungsreich und die Spezialitätenrestaurants heben sich stark in Qualität und Ambiente von den Buffet-Restaurants ab.
- Bei Mein Schiff sind die Trinkgelder und laut TUI Cruises mehr als 100 Markengetränke in allen Tarifen enthalten. Trotzdem sind nicht sämtliche Restaurants, Getränke oder Zusatzangebote kostenlos. Das Schiff ist eher zurückhaltender, das Publikum meist ruhiger, dafür auch mit weniger Programm. Im Vergleich sind vielleicht auch Ambiente und Qualität der Buffet-Restaurants hochwertiger. Generell sind die Unterschiede nicht groß, im Detail dann aber doch.
Prüfe vor der Buchung vor allem:
- Bordsprache,
- Größe und Alter des Schiffes,
- Zahl und Art der Restaurants,
- enthaltene Getränke,
- Trinkgeld- oder Servicegebühren,
- Unterhaltungsprogramm,
- Familienangebote,
- Kleiderordnung,
- Essenszeiten,
- Internetangebote,
- Zahl der Passagiere,
- Möglichkeiten für Ruhe und Rückzug.
Internationale Reedereien können günstiger sein oder ein anderes Bordangebot haben. Dafür solltest du damit rechnen, dass Informationen, Durchsagen und Veranstaltungen überwiegend auf Englisch oder mehrsprachig angeboten werden.
Wichtig: Auch innerhalb einer Reederei unterscheiden sich die Schiffe. Ein kleines älteres, kleineres Schiff kann ein vollkommen anderes Urlaubserlebnis bieten als ein neues Schiff derselben Flotte.
Weiterlesen: Welches Kreuzfahrtschiff passt zu mir & die 10 größten Kreuzfahrtschiffe der Welt


Welches Fahrtgebiet eignet sich für die erste Kreuzfahrt?
Wähle die Route danach, was du sehen möchtest und wie aufwändig die Anreise sein darf. Verlasse dich nicht auf Aussagen wie „Das Mittelmeer ist ruhig“ oder „In den Fjorden gibt es keinen Seegang“. Eine Garantie für ruhiges Wasser gibt es in keinem Fahrtgebiet. Tendenziell kann es auf offener See leicht unruhig werden. Es ist eine Seereise. Die Schiffe sind aber groß und recht unempfindlich. Adria-Routen mit flankierenden Ufern minimieren Seegangswahrscheinlichkeit.
Für Einsteiger kommen beispielsweise infrage:
- Mittelmeer: viele bekannte Städte und meist eine große Routenauswahl.
- Nord- und Ostsee: teilweise ohne Flug ab einem deutschen Hafen ab Kiel, Hamburg, Bremerhaven erreichbar.
- Norwegische Fjorde: landschaftlich reizvoll, häufig mit tollen Ein- und Ausfahrten.
- Kanaren: ganzjährig beliebtes Fahrtgebiet mit mehreren, sehr verschiedenen Inseln.
Fernreisen in die Karibik, nach Asien oder Nordamerika sind nicht grundsätzlich ungeeignet. Sie verursachen aber meist mehr Aufwand durch Flüge, Zeitverschiebung, Einreisebestimmungen und zusätzliche Reisetage.
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Welche Kabine ist die richtige?
Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Reederei. Üblich sind Innenkabinen, Außen- oder Meerblickkabinen, Balkonkabinen sowie verschiedene Suiten. Hinzu kommen unter anderem Familienkabinen, Einzelkabinen, Verandakabinen und Kabinen mit eingeschränkter Sicht.
- Eine Innenkabine ist meist die günstigste Möglichkeit. Sie eignet sich, wenn du die Kabine hauptsächlich zum Schlafen und Duschen nutzt. Bedenke aber, dass kein Tageslicht vorhanden ist, du nicht nach außen schauen kannst. Das Wetter kannst du nur erkennen, wenn du den Fernseher einschaltest oder nach draußen marschierst.
- Eine Außenkabine besitzt ein Fenster oder Bullauge, das sich normalerweise nicht öffnen lässt. Du erhältst Tageslicht und Meerblick, aber keinen eigenen Außenbereich.
- Eine Balkonkabine bietet einen kleinen, eigenen Balkon. Der Aufpreis kann sich besonders bei landschaftlich interessanten Routen, längeren Seetagen oder eindrucksvollen Hafeneinfahrten lohnen. Berücksichtige auch die Außentemperaturen. Dann kann man Wetter, Aussicht und die meditative Ruhe toll genießen. Auf See stören auch keine Mücken.
- Eine Suite bietet mehr Platz und häufig zusätzliche Leistungen. Diese unterscheiden sich erheblich nach Reederei und Kategorie. Oft sind damit auch exklusive Bereiche und Dienste an Bord verbunden. Der Preissprung ist aber auch deutlich.
Nahezu genauso wichtig wie die Kategorie ist die genaue Lage:
- Prüfe auf dem Deckplan, was sich über, unter und neben der Kabine befindet. Das lohnt sich.
- Kabinen unter Pooldecks, Restaurants oder Veranstaltungsräumen können lauter sein. Diese werden teilweise nachts gereinigt. Der Lärm überträgt sich durch die leichte Stahlbauweise dann mitunter deutlich.
- In der Nähe von Aufzügen und Treppenhäusern ist mit mehr Publikumsverkehr zu rechnen. Dafür sind die Wege deutlich kürzer. Lärm der Aufzüge oder wartenden Gäste hört man an sich nicht, selbst wenn die Kabine gleich ums Eck ist.
- Kabinen am Heck können Vibrationen stärker übertragen. Denn die Schrauben an der massiven Welle haben richtig Masse und Kraft. Wirklich vibrationsfrei ist kaum ein Schiff. Je weiter hinten und unten, desto deutlicher ist das in Ruhe, gerade nachts schon gut zu spüren.
Bei An- und Ablegen kommen teilweise hinten oder vorne kleine Motoren quer zur Schiffsachse zum Einsatz, um das Schiff seitlich besser steuern zu können (Querstrahlsteueranlage, Bugstrahlruder bzw. Heckstrahlruder). Direkt darüber vibriert das Schiff dann deutlich. Bei frühen Anlegezeiten ist man dann definitiv wach. - Ganz vorne kann das Stampfen des Schiffes deutlicher spürbar sein.
- Kabinen mit eingeschränkter Sicht können durch Rettungsboote oder Schiffsteile verdeckt sein.
Wenn du empfindlich auf Schiffsbewegungen reagierst, wird häufig eine Kabine mittschiffs auf einem unteren bis mittleren Deck empfohlen. Dort kann die Bewegung geringer wahrgenommen werden als weit vorne, weit hinten oder sehr weit oben. Eine Garantie gegen Seekrankheit ist das nicht.
Weiterlesen: Alles zu Kreuzfahrt-Kabinen & Kategorien & zur optimalen Lage und Deck einer Kabine

Was kostet eine Kreuzfahrt wirklich?
Ein pauschaler Durchschnittspreis ist wenig hilfreich. Selbst auf derselben Route können sich die Preise nach Abfahrtstermin, Schiff, Tarif, Kabinenkategorie und Auslastung erheblich unterscheiden. Vergleiche deshalb immer den Gesamtpreis und nicht nur das günstigste Angebot. Da das komplex werden kann, überschlagen wir den Preis pro Tag ohne Ab- und Anreise mit den erwarteten Ausgaben für Getränke usw.
Abhängig von der Reederei können zusätzlich anfallen:
- An- und Abreise,
- Transfers zwischen Flughafen, Bahnhof und Hafen,
- Getränke,
- Spezialitätenrestaurants,
- Landausflüge,
- Internetpakete,
- Spa- und Wellnessleistungen,
- bestimmte Sportangebote,
- Einkäufe an Bord,
- medizinische Behandlungen,
- Versicherungen,
- Service- oder Trinkgeldregelungen.
Auch vermeintlich ähnliche Tarife können unterschiedliche Leistungen enthalten. Ein höherer Reisepreis kann wirtschaftlicher sein, wenn Getränke, Internet oder andere Leistungen bereits enthalten sind. Du wirst dich daher sehr wahrscheinlich mit Getränkepaketen befassen müssen. Dazu gleich mehr.
Bei MSC Cruises ist die Hotel-Servicegebühr bei Buchungen über die deutsche Seite aktuell in den Gesamtpreis integriert und wird zum Zeitpunkt der Buchung bezahlt. Sie wird nicht erst am Reiseende überraschend auf das Bordkonto gesetzt. Die Höhe kann sich je nach Fahrtgebiet, Buchungszeitpunkt und Kabinenbereich unterscheiden.
Weiterlesen: Kreuzfahrt-Kosten: wie teuer ist eine Kreuzfahrt



Lohnt sich ein Getränkepaket?
Ein Getränkepaket lohnt sich nicht automatisch. Entscheidend sind Preis, Leistungsumfang und dein realistischer Verbrauch.
Prüfe vor der Buchung:
- Welche Getränke bereits im Reisepreis enthalten sind,
- welche Marken und Größen das Paket abdeckt,
- ob eine tägliche Mengen- oder Preisgrenze gilt,
- ob alle Erwachsenen einer Kabine dasselbe Paket buchen müssen,
- ob das Paket auch an Hafentagen sinnvoll ist,
- ob eine Servicepauschale auf einzelne Getränke erhoben wird,
- welche Stornierungsbedingungen gelten.
Rechne nicht mit deinem maximal denkbaren Verbrauch, sondern mit einem normalen Urlaubstag. Berücksichtige dabei, dass du an Hafentagen möglicherweise viele Stunden nicht an Bord bist. Manche Pakete sind im gewählten Tarif günstiger als eine spätere Einzelbuchung. Daraus folgt aber nicht, dass grundsätzlich jede Vorabbuchung günstiger ist. Bei AIDA besteht beispielsweise ein konkreter Preisvorteil, wenn ein entsprechendes Getränkepaket bereits Bestandteil eines All-in-Tarifs ist.

Wie funktioniert das Bordkonto?
Auf den meisten Kreuzfahrtschiffen dient die Bordkarte gleichzeitig als Kabinenschlüssel, Zugangsausweis und Zahlungsmittel. Käufe werden auf dein persönliches Bord- oder Kabinenkonto gebucht. Wie die Rechnung beglichen wird, unterscheidet sich je nach Reederei.
Bei AIDA bezahlst du an Bord mit der Bordkarte. Die Schlussrechnung kann unter anderem mit einer geeigneten Debitkarte, Kreditkarte oder bar beglichen werden. Bei Mein Schiff wird an Bord ebenfalls mit der Bordkarte bezahlt. Die Bordabrechnung wird in der Regel am Ende der Reise über das Zahlungsmittel abgerechnet, das du bei der Buchung der Kreuzfahrt vorab hinterlegt hast. Kontrolliere das Bordkonto während der Reise regelmäßig über die App, das Bordportal, den Kabinenfernseher oder die Rezeption. Kläre unklare Buchungen sofort und nicht erst kurz vor der Abreise. Fehler passieren, viele Gäste, fremdsprachiges Personal, viele Pakete, Änderungen, Leistungen, hab keine Scheu, Unklarheiten rechtzeitig an der Rezeption zu klären. Wundere dich auch nicht, wenn an den ersten ein, zwei Tagen immer eine lange Schlange an der Rezeption steht. Das ist immer so.
Weiterlesen: Bezahlen an Bord eines Kreuzfahrtschiffes



Wann solltest du buchen?
Früh buchen ist sinnvoll, wenn du:
- eine bestimmte Kabine möchtest,
- auf Schulferien angewiesen bist,
- eine beliebte Route planst,
- mehrere nebeneinanderliegende Kabinen brauchst,
- einen bestimmten Abfahrtshafen bevorzugst,
- eine barrierearme Kabine benötigst.
Last-Minute-Angebote oder Kategorie-Tarife mit Restkabinen ohne Kabinenwahl können günstiger sein. Sie sind aber keine Garantie für den niedrigsten Preis. Häufig bleiben nur bestimmte Kabinen, ungünstigere Flüge oder weniger flexible Tarife übrig.
Achte bei jedem Angebot auf:
- Stornierungs- und Umbuchungsbedingungen,
- freie Wahl oder Zuteilung der Kabine,
- enthaltene Anreise,
- Gepäckregeln der Fluggesellschaft,
- Zahlungsfristen,
- Inklusivleistungen,
- Versicherungen,
- Gesamtpreis für alle Reisenden.



Welche Reisedokumente brauchst du?
Ob ein Personalausweis genügt oder ein Reisepass erforderlich ist, hängt nicht allein davon ab, wo die Reise beginnt. Maßgeblich sind alle angelaufenen Länder, mögliche Transitstaaten, deine Staatsangehörigkeit und teilweise zusätzliche Vorgaben der Reederei.
Auch ein vorläufiger Reisepass wird nicht von jedem Land anerkannt. Das Auswärtige Amt weist ausdrücklich darauf hin, dass einzelne Länder vorläufige Dokumente nicht zur Einreise oder visumfreien Einreise akzeptieren.
Prüfe rechtzeitig:
- alle Länder der Route,
- vorgeschriebene Restgültigkeit des Dokuments,
- Visa oder elektronische Einreisegenehmigungen,
- Anforderungen für Kinder,
- Einverständniserklärungen bei alleinreisenden Minderjährigen oder Reisen mit nur einem Elternteil,
- Impf- und Gesundheitsvorgaben,
- Anforderungen der Fluggesellschaft,
- zusätzliche Hinweise der Reederei.
Verwende dafür die aktuellen Länderinformationen des Auswärtigen Amts und die Einreisehinweise deiner Reederei. Alte Blogartikel und Aussagen aus Foren reichen nicht aus.



Wie solltest du die Anreise planen?
Bei einer individuell organisierten Anreise trägst du das Risiko für Verspätungen grundsätzlich selbst. AIDA weist beispielsweise darauf hin, dass Verspätungen individuell gebuchter Anreisen nicht berücksichtigt werden können. Das Schiff wird pünktlich ablegen – beser mit dir.
Bei einer längeren Zugfahrt oder einem Flug ist eine Anreise am Vortag die risikoärmste Lösung. Damit hast du Puffer für Zugausfälle, Flugverspätungen, Staus und verlorenes Gepäck.
Am Einschiffungstag solltest du dich an das Zeitfenster in den Reiseunterlagen halten. Ein sehr frühes Erscheinen bedeutet nicht automatisch, dass du früher an Bord darfst. Bei AIDA wird das konkrete Zeitfenster in den Reiseunterlagen beziehungsweise im Reiseportal angegeben. Mein Schiff verlangt bei individueller Anreise ebenfalls ein ausgewähltes Check-in-Zeitfenster.
Andere Reedereien wie Costa erlauben Start und Ende an jedem Hafen. Damit sind das je Hafen immer nur wenige Gäste und es ist insgesamt sehr einfach und zügig. Dafür braucht es auch an jedem Hafen das ganze Prozedere inkl. Durchsagen usw.
Bei MSC ist das sehr digital und damit auch super flott und effizient. Rechne mit Warteschlangen.
Halte beim Check-in griffbereit:
- gültiges Ausweisdokument,
- Reiseunterlagen,
- Buchungsnummer,
- erforderliche Visa oder Einreisegenehmigungen,
- gegebenenfalls Versicherungsnachweise,
- Kredit- oder Debitkarte,
- notwendige medizinische Unterlagen.
Weiterlesen: Kreuzfahrtschiff verpasst – wartet das Schiff?


Was gehört ins Handgepäck?
Dein großer Koffer kann erst einige Zeit nach dem Check-in vor der Kabine ankommen. Auch oft erst nach dem Abendessen. Packe deshalb alles, was du am ersten Tag dringend (!) brauchst, ins Handgepäck:
- Reisedokumente,
- Medikamente,
- Wertsachen,
- Smartphone und Ladekabel,
- Brille oder Kontaktlinsen,
- Wechselkleidung,
- Badesachen,
- notwendige Hygieneartikel,
- Hilfsmittel für Kinder,
- wichtige medizinische Unterlagen.
Bei Mein Schiff wird ausdrücklich empfohlen, wichtige Utensilien und Wertsachen im Handgepäck mitzuführen, weil das aufgegebene Gepäck bei Freigabe der Kabine noch nicht zwingend bereitsteht.
Weiterlesen: Medizinische Versorgung an Bord eines Kreuzfahrtschiffes

Was kannst du zu Hause lassen?
Auf AIDA und Mein Schiff befinden sich unter anderem Handtücher und ein Haartrockner in der Kabine. Auch Badetücher werden bereitgestellt. Bei anderen Reedereien solltest du die Ausstattung vorab prüfen.
Nicht mitnehmen solltest du:
- Bügeleisen,
- Wasserkocher,
- Kerzen,
- Heizgeräte,
- ungeprüfte Mehrfachsteckdosen,
- große Messer,
- verbotene Lebensmittel oder Getränke,
- Drohnen ohne vorherige Prüfung der Bordregeln.
Die Liste verbotener Gegenstände unterscheidet sich nach Reederei. Kontrolliere deshalb vor dem Packen die aktuelle Bordordnung.



Was passiert am ersten Tag an Bord?
Nach dem Check-in geht es durch die Sicherheitskontrolle und an Bord. Je nach Reederei bekommst du deine Bordkarte schon im Terminal – oder sie liegt für dich bereit, meist direkt an deiner Kabinentür.
Wichtig zu wissen: Deine Kabine muss bei der Ankunft noch nicht bezugsfertig sein. Aus unserer Erfahrung werden die Kabinen meist erst ab 15 Uhr freigegeben. Wann es so weit ist, erfährst du entweder über eine allgemeine Durchsage an Bord oder als Nachricht in der App der Reederei auf deinem Handy.
Dein Koffer kommt später
Rechne fest damit, dass dein Reisekoffer nicht sofort im Zimmer steht – bis er geliefert wird, können mehrere Stunden vergehen. Denn diesen gibst du beim Check-in am Hafen ab. Pack dein Handgepäck deshalb so, dass du die ersten Stunden gut allein damit überstehst.
Unser Tipp: Nimm im Handgepäck Wechselkleidung und Badesachen mit. Dann kannst du die Wartezeit entspannt nutzen – ein Sprung in den Pool oder ein Cocktail an der Bar sind der perfekte Start in deinen Urlaub. Und falls du vorher schon ins Restaurant möchtest, hast du frische Kleidung griffbereit, auch wenn der Koffer noch unterwegs ist.
Das erledigst du am ersten Tag zuerst:
- Sicherheitseinweisung absolvieren (Pflicht!)
- Ersten Rundgang zur Orientierung machen
- Kabine suchen und beziehen
- Bordkarte und hinterlegtes Zahlungsmittel prüfen
- Bordkonto und App einrichten (am besten schon von zu Hause aus)
- Restaurantzeiten und Reservierungen checken
- Treffpunkte für gebuchte Ausflüge kontrollieren
- Tagesprogramm ansehen
Die Sicherheitseinweisung – Pflicht für alle
Die Seenotrettungsübung ist verpflichtend. Nach internationalen Vorgaben muss die Einweisung neu eingeschiffter Gäste vor oder unmittelbar nach dem Ablegen stattfinden. Wie das konkret abläuft, ist von Reederei zu Reederei unterschiedlich: per Video, als Einweisung in der Kabine, durch das Aufsuchen deiner Sammelstation – oder als Kombination daraus. Nimm das ernst. Gerade beim ersten Mal.
Verlaufen ist immer inklusive – und das ist völlig normal
Am ersten Tag wirst du dich verlaufen. Garantiert. Ging es zur Kabine jetzt links oder rechts? War das Buffet eine Etage höher oder tiefer? Wo sind wir überhaupt? Und wieso stehst du plötzlich schon wieder vor derselben Kunstinstallation im Treppenhaus?
Keine Sorge – das geht allen so. Ein großes Kreuzfahrtschiff ist im Grunde eine schwimmende Kleinstadt mit mehreren Decks, endlosen Gängen und Fahrstühlen, die alle gleich oder ähnlich aussehen. Nach dem ersten Tag hast du den Dreh raus – und spätestens am zweiten läufst du die Wege wie selbstverständlich. Bis dahin gilt: Einfach mit Humor nehmen, den Deckplan zücken und den einen oder anderen ungeplanten Umweg als kleine Bonus-Schiffsführung verbuchen. Dir werden auch andere Gäste begegnen, denen es genauso geht.
Weiterlesen: Der erste Tag an Bord eines Kreuzfahrtschiffes



Landausflug buchen oder auf eigene Faust losgehen?
Vorweg: Du musst an Land. Das ist ein wesentlicher Baustein. Jede Reederei bietet daher auch Ausflüge an. Du kannst aber auch selbst von Bord gehen. Beides kann sinnvoll sein. Ein Ausflug über die Reederei bietet einen klar geregelten Treffpunkt und ist auf die Liegezeit des Schiffes abgestimmt. Dafür sind solche Ausflüge häufig teurer und finden in größeren Gruppen statt.
Ein individueller Landgang bietet mehr Freiheit und kann günstiger sein. Du bist aber selbst dafür verantwortlich, rechtzeitig zurück am Schiff zu sein.
Prüfe vor jedem Hafen:
- Entfernung vom Terminal zum Zentrum,
- Liegeplatz oder Tenderhafen,
- lokale Verkehrsmittel,
- Fahrpläne und mögliche Streiks,
- Rückfahrtzeit,
- Öffnungszeiten,
- benötigte Tickets,
- Zeitzone und Bordzeit,
- späteste Rückkehrzeit laut Tagesprogramm.
Plane bei selbst organisierten Landausflügen auf eigene Faust einen deutlichen Zeitpuffer ein. Kalkuliere nicht mit der letzten theoretisch möglichen Verbindung. Wenn dir lange Ausflüge wichtig sind, wähle eher eine Reederei, die früh anlegt und spät ablegt. Meistens liegt die Mein Schiff länger als die AIDA. Liegezeiten kosten.


Was hilft gegen Seekrankheit?
Niemand kann dir seriös versprechen, dass du nicht seekrank wirst. Die Reaktion hängt von der persönlichen Empfindlichkeit, dem Wetter, der Schiffsbewegung und der Reisedauer ab. Stabilisatoren können die Rollbewegung eines Schiffes reduzieren. Sie beseitigen aber nicht sämtliche Bewegungen.
Keine Sorge, vielen Gästen wird dann etwas mulmig sein, es sind ja meistens nur leichte Bewegungen. Dann ist es generell ruhiger auf dem Schiff und es wird sich legen.
Bei ersten Beschwerden können helfen:
- an die frische Luft gehen,
- den Horizont betrachten,
- Lesen und längeres Schauen auf Displays vermeiden,
- sich hinlegen und den Kopf möglichst ruhig halten,
- leichte Mahlzeiten zu sich nehmen,
- Alkohol vermeiden,
- ausreichend trinken.
- in der Mitte des Schiffes aufhalten (weniger Bewegung)
Der Blick auf einen stabilen Horizont und das Vermeiden von Lesen können laut CDC das Risiko beziehungsweise die Beschwerden einer Bewegungskrankheit reduzieren. Medikamente gegen Reiseübelkeit können Nebenwirkungen und Gegenanzeigen haben. Häufig treten Müdigkeit oder Benommenheit auf. Kläre die geeignete Einnahme deshalb vor der Reise mit einer Apotheke oder Arztpraxis, besonders bei Vorerkrankungen, Schwangerschaft oder gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente.



Die häufigsten Fehler bei der ersten Kreuzfahrt
- Nur den niedrigsten Reisepreis vergleichen: Ein günstiger Grundpreis kann teuer werden, wenn Getränke, Serviceleistungen, Anreise oder Internet hinzukommen.
- Die Kabinenlage nicht prüfen: Eine gute Kategorie schützt nicht vor Lärm, Vibrationen oder eingeschränkter Sicht.
- Zeitlich knapp anreisen: Ein verspäteter Zug oder Flug kann die gesamte Reise gefährden.
- Einreisebestimmungen zu spät kontrollieren: Fehlende oder ungeeignete Dokumente können dazu führen, dass du nicht an Bord darfst.
- Alle Zusatzleistungen vorsorglich buchen: Nicht jedes Getränkepaket, Internetpaket oder Ausflugsangebot lohnt sich.
- Wichtige Dinge in den großen Koffer packen: Reisedokumente, Medikamente und Wertsachen gehören immer ins Handgepäck.
- Bei individuellen Ausflügen ohne Puffer planen: Verkehr, Warteschlangen und Verspätungen lassen sich nicht exakt kalkulieren.
- Das Bordkonto bis zum letzten Tag ignorieren: Fehler und unerwartete Ausgaben solltest du frühzeitig erkennen.
- Zu viel Programm einplanen: Eine Kreuzfahrt ist kein Wettbewerb. Lass Zeit für das Schiff, Erholung und ungeplante Entdeckungen.
Weiterlesen: No-Gos auf Kreuzfahrtschiffen



Häufige Fragen zur ersten Kreuzfahrt
Das hängt von deinen Erwartungen ab. Für deutschsprachige Gäste sind AIDA und Mein Schiff besonders leicht zugänglich. Wer internationale Atmosphäre, bestimmte Schiffe oder günstigere Angebote sucht, kann mit MSC, Costa, Royal Caribbean, Norwegian Cruise Line oder anderen Reedereien besser bedient sein.
Nicht vollständig. Bei beiden Reedereien sind zahlreiche Leistungen enthalten. Umfang und Ausnahmen unterscheiden sich aber. Prüfe den konkreten Tarif und nicht nur die allgemeine Werbung.
Eine Innenkabine ist sinnvoll, wenn der Preis entscheidend ist und du dich wenig in der Kabine aufhältst. Eine Balkonkabine bietet Tageslicht, frische Luft und einen privaten Außenbereich. Besonders bei landschaftlich interessanten Routen kann das den Aufpreis wert sein.
Das lässt sich nicht als seriöser Pauschalbetrag angeben. Erstelle vor der Buchung ein Budget für Anreise, Ausflüge, Getränke, Internet, Restaurants, Trinkgeldregelung, Versicherungen und persönliche Einkäufe.
Für Einkäufe an Bord wird normalerweise die Bordkarte verwendet. Ob die Schlussrechnung bar beglichen werden kann, hängt von der Reederei ab. Für Landgänge kann etwas Bargeld in der jeweiligen Landeswährung sinnvoll sein.
Das hängt von der vollständigen Route und deiner Staatsangehörigkeit ab. Prüfe jedes Zielland, Transitland und die Vorgaben der Reederei. Ein Personalausweis reicht nicht automatisch für jede Kreuzfahrt, die in Europa beginnt.
Bei AIDA und Mein Schiff ist das Trinkgeld im Reisepreis enthalten. Ein persönliches zusätzliches Trinkgeld bleibt freiwillig. Bei anderen Reedereien können verpflichtende Servicegebühren gelten oder bereits Bestandteil des ausgewiesenen Gesamtpreises sein.
Bei einem selbst organisierten Ausflug liegt die rechtzeitige Rückkehr in deiner Verantwortung. Das Schiff muss nicht auf verspätete Individualreisende warten. Plane deshalb ausreichend Puffer ein.
Ja. Prüfe jedoch Einzelkabinen und Einzelbelegungszuschläge sowie bei Familien die Kabinenbelegung, Mindestalter, Kinderbetreuung und mögliche Einschränkungen bei Pools oder Ausflügen.



Genieße deine erste Kreuzfahrt – ab Tag zwei
Der erste Tag an Bord ist ein bisschen wie der erste Schultag – aufregend, unübersichtlich und am Ende halb so wild. Du wirst dich verlaufen (garantiert), die Fahrstühle fahren erst mal grundsätzlich in die falsche Richtung, und irgendwann stehst du zum dritten Mal vor derselben Kunstinstallation im Treppenhaus. Das geht wirklich allen so. Spätestens am zweiten Tag hast du den Dreh raus.
Mach dir keinen Stress. Du musst am ersten Tag nicht alles gesehen, gefunden und durchgeplant haben. Statt ratlos mit dem Rollköfferchen durch die Gänge zu irren oder dich an der Rezeption anzustellen, machst du es wie die Profis – ab an die Pool-Bar, ersten Cocktail in die Hand und die Wartezeit auf die Kabine einfach genießen.
Und wenn du oben aufmerksam gelesen hast, hast du Badesachen im Handgepäck und kannst bei gutem Wetter gleich in den Pool, während die anderen in Reisekleidung auf ihre Koffer am Rand warten. Leerer wird der Pool nicht mehr.
Noch ein weiterer Tipp zum Abschluss: Fotografiere dir den Deckplan ab. Klingt banal, erspart dir aber jede Menge Nerven. Denn die Pläne sind nicht immer da, wenn man einen braucht. Und du wirst zu Beginn sicherlich oft einen benötigen.
Nimm dir den ersten Tag, um anzukommen. Lass das Schiff auf dich wirken, schnapp dir den ersten Sonnenuntergang an der Reling und realisiere, dass jetzt tatsächlich Urlaub ist. Der Rest kommt von ganz allein. Versprochen.
Du hast noch Fragen, die wir hier nicht beantwortet haben? Kein Anliegen ist uns zu klein, und ehrliche Antworten gibt’s bei uns sowieso immer.
Viel Spaß und Freude sowie zahlreiche Erlebnisse auf deiner ersten Kreuzfahrt!


